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Bonkos’ kurze Filmkritik zu “Antlers”:

+ Filmfärbung / Stimmung
+ Schauspieler
+ Vielschichtige Story
+ Kamera
– anfängliche Längen
– Vieles wird im Vagen gelassen
– teilweise plumpes Handeln

Mit Antlers wartet ein stimmungsvoller Horrorfilm auf Kinobesucher, der fernab der klassischen Schocker eher unkonventionell Stimmung aufbaut. Dazu lässt sich der durchaus vielschichtige Streifen zu Beginn jede Menge Zeit, holt den Zuschauer ab in eine düstere Kleinstadtwelt mit dunklen Seiten. Leider bleiben viele Enden offen oder Vage, die Figuren sind reduziert und die Geschichte irgendwie nicht auserzählt. Das mag aber auch dem Umstand geschuldet sein, dass das kurzweilige Horrorerlebnis lediglich eine Laufzeit von 99 Minuten aufweist. Toll sind die vom deutschen Kameramann eingefangenen Bilder, aber auch die Schauspieler. Ein etwas anderer Film, dessen Story zudem an Kafkas Verwandlung erinnert und mit kafkaesk ist der Streifen auch sehr gut beschrieben. In gewisser Weise ein ArthouseFilm. Sicher kein Muss, aber wer das Schräge sucht, der wird hier sicher fündig.

7/10 Punkte

Bonkos’ kurze Filmkritik zu “The Many Saints of Newark”:

+ Szenenbild/Ambiente
+ Schauspieler
– Story
– Handlungsstränge/Erzählung langweilig

Ein schön dahinplätschernder Mafia-Streifen, dem mehr Story gut getan hätte. Alles ist hier unaufgeregt. Schade eigentlich, da die Schauspieler sich richtig ins Zeug legen und überzeugen – oscarverdächtig. Trotzdem reißt einen der Streifen nicht aus dem Kinosessel. Sind es die trägen Anspielungen der Konflikte zwischen Farbigen, Mafiafamilien und Amerikanern? Oder sind es die ungewisse Entwicklung und das Gefühl, dass der Film selbst nicht weiß, was er sagen möchte? Vermutlich kommt hier alles zusammen. Das Prequel zur Serie “Die Sopranos” ist mit Sicherheit eher etwas für eingefleischte Kenner der Serie. Dabei hat das Material wirklich Potential. Alles in allem ein unaufgeregter Mafia-Film ohne Witz und eher etwas für das nächtliche TV-Programm auf einem Dritten-Sender.

4/10 Punkte

Bonkos’ kurze Filmkritik zu “James Bond 007: Keine Zeit zu sterben”:

+ Kamera
+ Kulissen- und Szenenbild
– Story
– Special Effects
– kein Bond
– Titelmusik

Ein gelungener Actionfilm kommt mit reichlicher Corona-Verspätung in die Kinos, aber leider kein klassischer Bond. Titel, Auto und Uhr sind wohl die letzten Überbleibsel der charakteristischen Bond-Elemente. Vermisst werden, seit Craig die Doppelnull gibt, Eleganz, Charme und der gewisse Humor. Mit Craigs hoffentlich letztem Auftritt als Bond scheint man – gerade zu Beginn – im falschen Film zu sein. So wird sich reichlich aus anderen Filmgenres bedient und auch mal auf Schockmomente gesetzt. Erst der graphisch gelungene Bond-Vorspann mit nichtsaussagender Titelmelodie ruft einem ins Bewusstsein, dass es sich um den verrenteten Geheimagenten seiner Majestät handelt, der mit offensichtlich viel zu jungen Damen seinen Ruhestand verbringt. Und die Story? Die hat deutliche Schwächen, auch die Action-Teile sind ungleich verteilt, Wer nach der ersten dreiviertel Stunde an die Popcorntheke geht und kurz vor Ende einschaltet, der verpasst, bis auf eine nahezu lahme Verfolgungsjagd in Jeeps, keine Actionszene und erspart sich zähe Dialoge, die wenig zur Story beitragen. Dabei hat die Story Potential. Apropos Potential: Bei dem Streifen hatte man die wohl längste Zeit zur Postproduktion, hat diese aber leider nicht genutzt. Einige Actionszenen wirken verwaschen und nicht sonderlich smooth. Dabei fühlt man sich in weiten Teilen wie in einem Introvideo eines Videospiels. Die Schauspieler wirken durchweg eher einer Sitcom entnommen. Brillieren kann allerdings die Kamera, die eine Wohltat für durch Wackelaufnahmen geplagte Cineasten sein dürfte. Und entgegen des Filmtitels finden doch recht viele Akteure Zeit zum Sterben. Am Ende bleibt die große Frage: Quo vadis James Bond?

7/10 Punkte

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(60) Der kleine Kalli – im digitalen Lockdown

Die Corona-Pandemie hat die große Welt fest im Griff und trifft die Kleinsten, so auch den kleinen Kalli, ganz besonders hart. Nicht etwa, dass der kleine Kalli die Aktivitäten an der frischen Luft oder gar Partys vermissen würde. Nein, es ist vielmehr der Umstand, dass seine beiden berufstätigen Eltern nunmehr den ganzen Tag im homeoffice sitzen und an der Bandbreite knappern. Kein Kind kann so gescheit Fortnite zocken. Dabei ist Kalli als Landkind ohnehin schon mit einem DSL-light Anschluss gestraft. Der Lockdown fördert nun das ganze Ausmaß der digitalen Katastrophe zu Tage. Wenn seine Eltern Videokonferenzen haben, wird dem kleinen Kalli eiskalt der Stecker gezogen. Lockdown ohne Internet, das ist wohl der Super-GAU. Dabei ist es eigentlich Kalli, der als Systemadministrator zuhause die Router-Zügel in der Hand hält und seinen Eltern die VPN-Verbindung gängig macht, bevor er sich in Minecraft zurückzieht. In der Tat, stellt Kalli fest, hier werden einer ganzen Generation die Entwicklungsmöglichkeiten geraubt. Wie sonst soll er seinen Hexenmeister in World of Warcraft jemals über Level 30 bringen, wenn er ständig auf dem digitalen Abstellgleis auf die nächste Internetverbindung warten muss? Aus purer Langeweile hat Kalli den Dachboden aufgeräumt und eine alte CD in einem Pappschuber mit der Aufschrift “500 Stunden Gratis-Internet – AOL) gefunden. Was müssen das für tolle Zeiten gewesen sein, als sich noch nicht alle im world wide web rumgetrieben haben…

Digitale Krippenfahrt 2020

Aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie sind reguläre Krippenfahrten leider nicht möglich. Daher soll hier mittels virtueller Besichtigungstour die Möglichkeit geboten werden, sich verschiedene Krippen anzusehen. Die einzelnen Bilder lassen sich zoomen und schieben. Sofern Sie Ihre Krippe ebenfalls hinzufügen möchten, schicken Sie Ihre Bilder gerne an: info@bonkos.de

Los geht’s mit der digitalen Krippenfahrt 2020:


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Die “einheitlichen” Coronaregeln der Länder

Die Corona-Pandemie hat Deutschland kurz vor Beginn der Weihnachtszeit noch immer fest im Griff. Die Politik ringt um Akzeptanz und gleichzeitig wirksame Maßnahmen. Auch im “Lockdown light” steht immer wieder die uneinheitliche föderale Struktur Deutschlands in der Kritik. Nicht zuletzt aus diesem Grund werden die Länderchefs nicht müde, das einheitliche Vorgehen zu betonen. Doch wie einheitlich sind die Coronamaßnahmen und -Vorgaben im zweiten Lockdown tatsächlich?
– ein kurzer Regelungs-Report:

Die einheitliche Vorgabe in Deutschland:

Der Aufenthalt in der Öffentlichkeit ist auf maximal zehn Personen aus maximal zwei Haushalten beschränkt. Zu privaten Treffen wurde hier keine Aussage getroffen.

Hessen:

In Hessen darf man, analog zur deutschlandweiten Regelung, in der Öffentlichkeit max. 10 Personen aus zwei Hausständen zusammenkommen. Private Zusammenkünfte sind nur in einem “engen” Kreis gestattet.

https://www.hessen.de/fuer-buerger/corona-hessen/fragen-und-antworten-zu-den-wichtigsten-regelungen#Kontaktbeschr%C3%A4nkungen

Baden Württemberg:

Hier sollte man den Grundkurs im Familienrecht erfolgreich abgeschlossen haben. Es wird kompliziert. Patchworkfamilien aufgepasst!

Hier dürfen im privaten Raum nur noch 10 Personen aus zwei Haushalten zusammenkommen. Ausgenommen ein Haushalt besteht aus mehr als 10 Personen, die dürfen weiterhin zusammenleben. Glück gehabt! Ausgenommen sind Ehepartner, Lebenspartner (nur eingetragen!) und Verwandte in direkter Linie. Immerhin liefert das Ministerium auch gleich noch eine Beschreibung und Beispiele. Wichtig ist auch, wer einlädt und in wessen Haushalt das Ganze stattfindet. Durch geschicktes Kombinieren ist hier noch einiges möglich.

https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/aktuelle-infos-zu-corona/faq-corona-verordnung/

Kompliziert? Eine kleine Hilfestellung gefällig? Hier zwei Beispiele, die es verdeutlichen (sollen):

https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/aktuelle-infos-zu-corona/faq-corona-verordnung/

Und Baden-Württemberg denkt wirklich an alles und liefert auch für Brautpaare ein passendes Rechenbeispiel:

https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/aktuelle-infos-zu-corona/faq-corona-verordnung/

Doch Vorsicht! Wer denkt, er könne jetzt das Maximum aus der Regelung herausschlagen, der wird jäh enttäuscht, denn weiter heißt es dort: “Bei der Regelung geht es aber nicht darum, auszuloten was maximal möglich ist.”
Sollte unter den Lesern allerdings jemanden die Programmierwut packen, würde sich eine APP zur Berechnung durchaus anbieten…

Bayern:

Puh! Bei so komplexen Regelungen wünscht man sich förmlich in die bayerischen Lande. Dort wo strickte und klare Regeln herrschen. Streng, aber eindeutig!
Egal, ob drinnen oder draußen, privat oder öffentlich, es gilt: 2 Hausstände, maximal 10 Personen.

https://www.corona-katastrophenschutz.bayern.de/faq/

Interessant ist allerdings, dass man im CSU-Land nicht nur die Einschränkungen angibt, sondern auch, wo diese Beschränkungen nicht gelten. Nämlich bei beruflichen Tätigkeiten. Und im Swinger-Club (“soweit ein Zusammenwirken mehrerer Personen zwingend erforderlich ist”).

Damit sollten alle Unklarheiten endgültig beseitigt sein.
Ungeachtet der interessanten Unterschiede gilt natürlich weiterhin:
Abstand halten, Kontakte einschränken, MUNASKE auf und auf der Couch zum Helden werden!

Bleiben Sie gesund.


Euer
Bonkos

Bonkos’ Basteltipp:

Am 11. November ist St. Martin und Ihr habt noch keine Laterne? Kein Problem. Ich verrate Euch, wie Ihr schnell und unkompliziert für die richtige Stimmung sorgen könnt. Jetzt heißt es: Zugeschaut – mitgebaut!

Und für Veganer:

Viel Spaß beim Nachbasteln!

Euer
Bonkos

Bonkos’ Tipp bei Herbstdepressionen:

Wenn es einem schlecht geht, muss man sich nur mal eine Stunde an die Reklamationskasse beim Elektromarkt stellen. Dann geht es einem zwar nicht unbedingt besser, aber man merkt, dass man nicht alleine ist…
🤪🥺😲🧟‍♂️💆‍♀️🤦‍♂️🤳🏼*

*zur Steigerung der Aufmerksamkeit und Unterstreichung der Ernsthaftigkeit der vorangehenden Zeilen wurde dem Post wahllos Smileys beigefügt.

(59) Der kleine Kalli – und das warme Blut der letzten Sau

In jungen Jahren macht man sich keine Gedanken über das Sterben. Und so unbesorgt kletterte auch der kleine Kalli auf Bäume, schwingte sich von Ast zu Ast und fürchtete weder Tod noch Teufel. Und wie der kleine Kalli so unbeschwert durch die Äste tobte, da fuhr wie selbstverständlich ein Traktor an ihm vorbei, ein ausgeblutetes Schwein baumelte am Frontlader. Keiner störte sich an dem Anblick, das Schlachten gehörte zum alltäglichen Dorfbild. Die Kinder machten sich einen Spaß daraus, die Blutspur als Schnitzeljagd zum Schlachthaus zu nutzen. Kalli kann sich noch gut an die letzten Zuckungen erinnern, die die Schweine noch lange nach dem Kontakt mit dem Bolzenschussapparat lebendig wirken ließen. Heute kennt Kalli die tierischen Produkte nur noch abgepackt aus der Kühltheke. Mit fein säuberlichen Plastikverpackungen wird der Tod aus dem Lebensalltag ausgeklammert. Die Schlachthäuser in den Ortschaften sind längst verschwunden und Bilder von Schlachtvieh werden in den sozialen Medien verpixelt. Kalli hat mit der Zeit, genau wie seine Mitmenschen, nicht nur den Bezug zu tierischen Lebensmittel, sondern zum Sterben generell, verloren. Und während Kalli gedankenversunken vor dem Hackfleischangebot für 1,49 € / Kilo steht, fängt sein Augenlid plötzlich an unkontrolliert zu zucken, und Kalli muss unweigerlich an das warme Blut denken, dass er als Kind bei seiner letzten Schlachtung so liebevoll umgerührt hatte, um es am Gerinnen zu hindern.

Bonkos’ kurze Filmkritik zu “Out of Play”:

+ Schauspieler
– langeweilige Story
– träge Dialoge
– Filmmusik

“Out of Play” ist ein äußerst träger Film, der mit einer derart ausgenudelten Story daher kommt, dass es schon fast skurril wirkt. Alles schon dagewesen und in wenigen Sekunden erzählt: Mann, Trinker, Basketballteam erfolglos, Team verliert, Trinker wird Trainer, Team wird besser, Team gewinnt, Trainer fliegt, Team gewinnt trotzdem. Auch die Nebengeschichten bieten keinerlei Spannung. Wer Ben Affleck schon immer mal 109 Minuten betrunken erleben wollte, der wird hier fündig. Das Setting und die Stimmung ist übrigens mit einem Arte Arthousefilm vergleichbar: Keine Hintergrundmusik und karge Dialoge. Damit zieht man keine Wurst vom Brot. Mein Tipp: Oskarverdächtig!

3/7 Punkten

Bonkos’ kurze Filmkritik zu “Edison – Ein Leben voller Licht”:

+ Szenenbild
+ Schauspieler
+ Kostüme
– Hintergründe bleiben teilweise im Dunkeln

Ein beeindruckendes Schauspiel zaubert “Edison – Ein Leben voller Licht” auf die Kinoleinwand. Waren Dokumentationen einst langweilig, Dokutainment ein Weichspülvorgang, so hebt dieser Film die Darbietung historischer Abläufe auf ein neues Niveau. Schauspielerische Glanzleistungen und Szenenbilder, die einen ebenso fesseln wie der Ideenreichtum von Edison und den Kostümbildnern. Trotz allem Licht in diesem Streifen bleiben einige Hintergründe im Dunkeln und werden leider nicht beleuchtet. Bester Auftritt übrigens: der Hund Napoleon. Cumberbatch-Fans gehen ohnehin rein, alle anderen sollten sich die moderne Historienverfilmung ebenfalls nicht entgehen lassen. Endlich mal wieder ein Film, der – völlig zu recht – besonders auf der Kinoleinwand wirkt.

8/10 Punkten

Bonkos’ kurze Filmkritik zu “Das Beste kommt noch”:

+ Charme
+ Schauspieler
– Längen

Freunde der französischen Komödie aufgepasst. Mit “Das Beste kommt noch” trifft der Titel gleich doppelt ins Schwarze. Mit einigen halb garen Sprüche, die auf den Zuschauer wirken, als seien sie gerade aus der Feder eines Comedyneulings entsprungen, kommt dieser recht gefällige französische Film daher. Das ernste Thema wird hier in den Charme einer Alters-Verwechslungs-Komödie eingewickelt und den Zuschauern in homöopathischen Dosen serviert. Der Film hat ganz klar seine Längen und die Story wirkt auch bekannt. Umso positiver kommt die schauspielerische Leistung der Darsteller daher, die herrlich unaufgeregt auch laue Witze präsentieren.

6/10 Punkten