Filmkritiken

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Bonkos’ kurze Filmkritik zu “The Hateful 8”:

+ gute Idee
+/- typischer Tarantino
– Filmmusik
– Geräuschkulisse

Ein Quentin Tarantino Film wie er im Drehbuch steht. Wer schrullige Dialoge a la Pulp Fiction und Splatter a la Kill Bill bei Django vermisst hat, für den bietet sich mit The Hateful 8 die perfekte Mischung an. Ein Western-Kammerstück mit interessanten Akteuren und irren Szenen. Hart, eiskalt und trotz 168 Minuten Laufzeit nicht langweilig. Keinesfalls für schwache Nerven und mithin eher etwas für Tarantino-Fans. Der Film lässt nicht nur Tote und Verletzte zurück, sondern auch den durchgerüttelten Kinobesucher. Trotz Kammerstück überzeugen die Bilder (wenngleich es so scheint als habe man Requisiten von Django verwendet). Die Tonspur hingegen fällt zwar realistisch aus, nervt aber auf Dauer.
8/10 Punkte

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Bonkos’ kurze Filmkritik zu „The Revenant“:

– keine Handlung
– unlogisch/unrealistisch
– langweilig
+ Kamera

Was dieser Film soll, bleibt dem Zuschauer nach zähen 156 Minuten noch verborgen. Eine abgrundtiefschlechte Mischung aus Django, Huckleberry Finn, Wolfsblut, Pocahontas und Dokumentationsfilm. Die erste Szene erweckt zwar Hoffnung auf eine realistische Inszenierung eines Westernstreifens mit gutem Potential, aber das war es dann auch. In Sachen Brutalität und unrealer Darstellung stellt der Streifen „Die Passion Christi“ locker in den Schatten. DiCaprio als Hauptdarsteller hätte wunderbar von Til Schweiger ersetzt werden können, kriecht dieser doch 90 Prozent der Zeit stumm am Boden herum. Stumpfsinnige Gewalt ohne Botschaft, die James Wan (SAW) erblassen lassen würden. Wer Filmfehler sucht, der wird hier fündig. Kurz um: Man kann nur vor diesem Streifen warnen, der zu allem Überfluss die Zeit des geneigten Zuschauers stiehlt. Da helfen auch keine tollen Kameraeinstellungen von Ameisen drüber hinweg, der Film ist einfach nur schlecht.
02/10 Punkte

Bonkos’ kurze Filmkritik zu „Star Wars: Das Erwachen der Macht“:

+ gute Story
+ Spannung
+ Star Wars Flair
+ detailreich
+ witzig

Kann man die ohnehin schon extrem hohen Erwartungen an eine Star Wars-Fortsetzung übertreffen? Man kann. Jedenfalls schüttelt der Regisseur J.J. Abrams scheinbar mit Leichtigkeit einen mehr als würdigen Nachfolgefilm aus dem Ärmel. Der Film bietet im klassischen Star Wars Flair alles was das Fan-Herz begehrt. Nicht nur die liebevolle Aufmachung und die gut dosierte Action sondern insbesondere die guten Sprüche machen Episode 7 zu dem vielleicht besten Streifen in der Reihe. Das Erwachen der Macht knüpft inhaltlich wie optisch perfekt an die Klassiker an. Die Story bietet sehr viel Abwechslung und auch die Schauspieler überzeugen allesamt in ihren Rollen. Alte Bekannte und neue Figuren harmonieren bestens. Unbedingt anschauen (3D braucht’s nicht)!
10/10 Punkte

Bonkos’ kurze Filmkritik zu “Bridge of Spies – Der Unterhändler”:

+ packende Bilder
+ Liebe zum Detail
+ gute Schauspieler
– fadengrade Story

Die Geschichte um den amerikanischen Anwalt Donovan (Tom Hanks), der im geteilten Deutschland den Austausch zweier Spione arrangieren soll, ist an sich zwar von Beginn an eine fadengerade Nummer ohne größere Überraschungen, jedoch vermögen die detailreichen und lebendigen Bilder zu überzeugen. Spielberg gelingt es eindrucksvoll, den Zuschauer in die Zeit des kalten Krieges zu versetzen. Nicht zuletzt die schauspielerische Leistung (auch der vielen deutschen Akteure) trägt zur gelungenen Atmosphäre des Films bei. Besonders gelungen ist die Zeichnung des Rechtsanwalts, der für Verfassungsprinzipien eintritt, ohne dass der Bogen an amerikanischem Pathos überspannt wird.
Insgesamt absolut sehenswert.
8/10 Punkte

Bonkos’ kurze Filmkritik zu “Die Tribute von Panem – Mockingjay Teil 2”:

+ Aufmachung
– zu wenig Action
– zu dick aufgetragen

Eins vorweg: Der Film ist der zweite Teil vom dritten Teil und das merkt man – zumindest am Anfang. Es dauert eine ganze Weile, bis die Story Fahrt aufnimmt. Man tut gut daran, vor dem Kinobesuch nochmals Teil 3.1 anzuschauen. Es folgt das große Finale ohne die große Action. Dabei stellt sich Katniss genauso unbeholfen an wie Frodo und Bilbo Beutlin und gibt den Tölpel. Das Ganze endet in großem Geschnulze. Aber der letzte Teil bietet auch super inszenierte Szenen mit netten inhaltlichen und filmtechnischen Ideen. Gute Unterhaltung ist allemal gegeben. Besonders gelungen ist die ständige Ungewissheit darüber, wem man vertrauen kann (ähnlich wie bei Fluch der Karibik). Bleibt für das Prequel nur zu sagen/wünsche: und Action!
7/10 Punkte

Bonkos’ kurze Filmkritik zu “James Bond 007: Spectre”

+ klassische Bond-Szenen
+ Bond-Atmosphäre „wink“-Emoticon
+ gute Sprüche
– Story gestückelt

Craig kann Bond. Mit Spectre flimmert der erste Craig-Bond über die Leinwand, bei dem wirklich Bondatmosphäre aufkommt. Nach drei Anläufen gelingt Craig endlich eine überzeugende Bond-Darstellung. Der Film ist ein Potpourri aus klassischen Bondszenen. Und das wirkt sich leider auf die Story aus, die – trotz guter Idee (Thema Datenkrake) – so zerhakt daher kommt, dass kein großer Bogen geschlagen wird. Spannung und gute Unterhaltung bieten die einzelnen Szenen dennoch und machen den Streifen zu einem kurzweiligen Filmvergnügen. Der Film lässt den Zuschauer aber auch mit einigen Fragen zurück: Warum tragen fast alle Beteiligte zu enge Anzüge? Wieso hat man krampfhaft eine Verknüpfung mit Bonds Vergangenheit eingebaut? Und was zum Kuckuck hat diesen Film zum teuersten Bond aller Zeiten gemacht?
Ingesamt geschüttelte (und nicht gerührte)
8/10 Punkte

Bonkos’ kurze Filmkritik zu “Alles steht Kopf”:

+ gute Animation
+ neue Idee
+ liebevolle Gestaltung
+ lustige Sprüche
– mittelmäßige 3D-Effekte
– beste Szenen im Trailer

Ihr wolltet schon immer einmal wissen, was im Kopf eines anderen oder dem eigenen so vor sich geht? Disney und Pixar verraten es. Wut, Angst, Kummer, Ekel und Freude halten den Laden am Laufen und kümmern sich rührend um Gedankeninseln und Erinnerungen. Ein bisschen erinnert das liebevoll gestaltete Spektakel an die Serie “Es war einmal… das Leben”. Absolut witzig und sogar tiefgründig kommt das Animationsmeisterstück daher und geizt lediglich mit 3D-Effekten. Alles in dem Film passt perfekt zusammen und das mit wirklich neuen Ideen, damit bietet der familientaugliche Streifen die perfekte Unterhaltung. Unbedingt ansehen! (Am besten mit der ganzen Familie!).
9/10 Punkte

Bonkos’ kurze Filmkritik zu “Minions”:

+ jede Menge Minions und BANANA!!!
+ gute 3D-Effekte
+ Bezug zu Ich einfach unverbesserlich
– Trailer verraten zu viel
– Abflachende/r Story und Witzfaktor
Der Film ist gut, aber besser als die Trailer wird es nicht. Und das ist auch der einzig große Kritikpunkt. Wer sich das Geld für Kino und Popcorn sparen möchte, der kann getrost die Trailer anschauen und hat nichts verpasst. Wieso man trotzdem ins Kino rennen sollte? Ganz klar die 3D-Effekte. Animationsfilme sind immer noch die besten 3D-Filme und knuffig schräge Ü-Ei-Männchen sind völlig BANANA! Minions sind lustig und machen ganz einfach gute Laune. Ein Kinobesuch lohnt sich. Genau wie Sitzenbleiben; denn nach dem Abspann wartet noch ein kleines musikalisches und optisches Feuerwerk.
8/10 Punkte

Bonkos’ kurze Filmkritik zu “Avengers: Age of Ultron”:

+ jede Menge Action
+ gute Sprüche
+ bildgewaltig
– Storyhänger zu Beginn

Was soll man zu diesem Feuerwerk der Superlative noch sagen? Marvels Avengers räumen so richtig auf. Gespickt mit vielen lustigen Sprüchen und toller Action knüpft der zweite Teil der Avengers Reihe perfekt an den ersten Teil an. Oder doch nicht? Aber die paar Ungereimtheiten zu Beginn des Films sind schnell vergessen und verziehen. Ein Film, bei dem das Popcorn besonders gut schmeckt und man Lust auf noch mehr bekommt (nicht nur Popcorn). Actionheldenfans kommen ohnehin nicht um diesen Streifen herum, allen anderen sei er wärmstens empfohlen.
9/10 Punkte

Bonkos’ kurze Filmkritik zu “Der Nanny”:

+ durchgehend gute Unterhaltung
+ gute Schauspieler
+ kurzweilig mit passendem Ende
– bekannte, typisch deutsche Story
– Ausdrucksweise teilweise grenzwertig

Gute deutsche Kinofilme sind rar. Und die Tatsache, dass mittlerweile auch in Hollywoodproduktionen der Name Schweiger im Abspann zu sehen ist, wertet die Filmkunst unseres Landes nicht gerade auf. Doch mit “Der Nanny” plaziert Schweighöfer einen extrem amüsanten und kurzweiligen Filmgenuss in den Kinosälen. Zugegeben; die Story ist zusammengeklaut und alles schonmal irgendwie dagewesen, aber bitte. Deutsche Filmemacher lieben nunmal den Kampf der “Ureinwohner”, die sich in der Stammkneipe gegen den Wohnungsbaugesellschafter zum Widerstand formieren (Werner – Volles röööäää). Oder sind es die frechen Kinder, die oscarverdächtig gespielt der Nanny das Leben zur Hölle machen (Kevin allein Zuhaus). Oder waren es der Drogentripp und die schrillen Szenen (Hangover), die zu überzeugen vermochten. Egal. Der Film hat auf jeden Fall Unterhaltungspotential und geizt – gottlob – mit Schnulze und Tiefgang. Aufgewertet wird der Film vor allem durch die schauspielerische Leistung der beiden Kinderdarstellern Paula Hartmann und Arved Friese, von denen man hoffentlich noch viel sehen wird. Aber auch die übrige Besetzung ist gut. Milan Peschel überzeugt und Veronica Ferres hat nur einen kurzen Auftritt als hässliche Frau. Ansonsten gibt es jede Menge komische Szenen, gute Sprüche (“Macht kaputt, was euch kaputt macht”) und einen Friedrich Liechtenstein mit Bart. Alles in allem ganz klar sehenswert!
8/10 Punkte

Bonkos’ kurze Filmkritik zu “Honig im Kopf”:

+ überzeugender Hallervorden
+ Sensibilisierung für das Thema Demenz
– langatmig
– teilweise überladen

Trotz aller guten Ansätze, dieser Film kann nicht leugnen, dass er ein Schweigerfilm ist. Angefangen bei schwülstigen Szenen über typisch deutsche Kömödienelemente bietet dieser Film alles, was zu einem Schweigerstreifen gehört, inklusive nuschelnder Familienmitglieder in der Hauptrolle. Beispiel gefällig: Die Protagonisten heißen Tilda und Armandus anstatt Anna und Herbert. Und auch der Preis für die schwächste Schauspielleistung geht an Herrn Schweiger, wobei er in puncto Nuscheln von seiner Tochter Emma übertroffen wird. Ein Film mit Höhen und Tiefen. Neben lustigen und gut gezeichneten Momenten, zieht sich der Plot stellenweise wie Kaugummi. Die Story hätte noch deutlicher herausgearbeitet werden können und auf die ein oder andere Rückblende sowie Handlungserklärung hätte man auch besser verzichtet. Aber der Film hat auch seine guten Seiten. Ein überragender Hallervorden spielt äußerst authentisch und hingebungsvoll einen Dementen Opa und lässt den Zuschauer mitfühlen und mitachen. Ein erstaunlich gelungener Ansatz, das Thema Demenz zu thematisieren und in den Fokus der Aufmerksamkeit zu rücken. Auch wenn Räumlichkeiten, Züge, Altenheim und Familienfeste eindeutig der Vorstellung eines Herrn Schweigers entsprungen sind und mit dem realen Leben der meisten Menschen nichts gemein haben dürfte, so gelingt es dem Film dennoch, zumindest ansatzweise, sowohl die Probleme als auch die schönen Seiten der Demenzerkrankten aufzuzeigen.
Dank Hallervordens herausragender Leistung
5/10 Punkte

Bonkos’ kurze Filmkritik zu “Wild Card”:

+ Kamera
+ Kampfszenen
– Story

Um es gleich vorweg zu nehmen, ein Film, an dem sich die Geister scheiden. Auf der einen Seite stehen Kampfszenen wie sie einem Bilderbuch entsprungen sind, auf der anderen Seite steht, ja steht vielmehr nicht, eine nicht vorhandene Story. Tolle Kameraeinstellungen ohne Wackelbilder und hektische Schnitte demonstrieren eindrucksvoll, dass Kino auch im Jahr 2015 keine Kopfschmerzen erzeugen muss. Jason Statham spielt überzeugend und wertet den Streifen mit guten Sprüchen auf. Auch wenn man Statham mag, so ist die ausführliche Charakterzeichnung am Ende ohne Mehrwert. Die brillianten Kampfszenen kommen daher leider etwas zu knapp weg. Gerne hätte man noch gesehen, wen der Protagonist mit dem Fischmesser noch ausgenommen hätte. Dennoch setzt der Film einen Kontrapunkt und fällt eigentlich nur in einem, leider nicht zu unterschätzenden Punkt durch: der Story.
Insgesamt
6/10 Punkte